Mobile Psycho-Edukation an der Kinderklinik
Wie kann man Kindern helfen, ihre Angst vor medizinischen Untersuchungen und Eingriffen zu verringern? Auf diese Frage fanden die Klinischen Psycholog*innen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde eine kreative Antwort. Der mobile Simulationswagen „EdCar“ (siehe Foto) unterstützt die Psycho-Edukation der jungen Patient*innen und kann flexibel auf verschiedenen Stationen eingesetzt werden. In Anlehnung an ein Rettungsfahrzeug sind im „EdCar“ alle notwendigen Utensilien für kleinere medizinische Prozeduren vorhanden, mit denen Kinder spielerisch und altersgerecht auf Untersuchungen und Eingriffe vorbereitet werden können (MRTs, Venflon legen etc.).
Das Gefühl von Sicherheit und Selbstwirksamkeit stärken
Gemeinsam mit den Psycholog*innen der Kinderklinik lernen die Kinder medizinische Abläufe in einer geschützten Atmosphäre kennen. Sie können Fragen stellen, verschiedene Materialien selbst ausprobieren und einzelne Untersuchungsschritte mittels „medical play“ aktiv nachvollziehen. Durch das spielerische Kennenlernen werden medizinische Situationen verständlicher und vorhersehbarer, wodurch Unsicherheiten und Ängste reduziert werden können. Gleichzeitig wird den Kindern ermöglicht, eigene Erfahrungen zu sammeln und aktiv Einfluss auf die Situation zu nehmen. Dies stärkt das Gefühl von Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit der Erkrankung.
Der Entwicklung von sekundären psychischen Belastungen vorbeugen
Damit wird vor allem ein präventiver und ressourcenorientierter Ansatz verfolgt. Durch die frühzeitige psychoedukative Vorbereitung können belastende Erfahrungen besser verarbeitet und mögliche Ängste reduziert werden. Auf diese Weise kann dazu beigetragen werden, der Entwicklung sekundärer psychischer Belastungen, z.B. Ängste im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen, vorzubeugen und die Lebensqualität der Kinder zu steigern. „EdCar“ ist seit 2022 im Einsatz und die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass es auch künftig mit einem „Pickerl“ rechnen kann.
Quelle: AKH Wien